KIM JIYOUNG, GEBOREN 1982

Weltbesteller aus Korea. Über 2 Millionen verkaufte Bücher. Erstveröffentlichung 14.10.2016 und nun endlich, nur fünf Jahre später, auch bei uns in Deutschland!!!

Ein paar Worte zur Autorin des großartigen Werkes: Nam-Job Cho. Früher tätig als Drehbuchautorin fürs Fernsehen. Geboren ist Sie nicht 1982, sondern 1978 in Südkorea in Seoul (ebenso der Handlungsort der Geschichte).

Nachdem man das Buch gelesen hat und sich ein wenig die Bio der Autorin ansieht, sieht man die Parallelen und das zurecht, denn die Autorin hat einiges Autobiografisches einfließen lassen.

Das Buch ist sehr zugänglich. Am Anfang der Geschichte wird die Frage aufgestellt, was zum Teufel ist mit Jiyoung los? Sie scheint verrückt geworden zu sein, denn sie schlüpft in die Rollen der Frauen die sie kennt und scheint sich auch gänzlich als diese zu fühlen, selbst wenn diese Person im Raum ist. Danach gibt es einen Rückblick ins Jahr 1982, dem Geburtsjahr Jiyoung. Ab da dürfen wir die Protagonistin durch ihr Leben begleiten. Ihre Schulzeit, Studium, erster Freund, Jobsuche, Ehe und Karriere. Alles spielt eine Rolle, aber vor allem die begleitenden Ungerechtigkeiten, die ausschließlich auf ihr weibliches Geschlecht zurück zu führen sind. Dabei fliesen nicht nur offensichtliche und existenzielle Probleme mit ein, sondern vor allem die kleinen, fast unscheinbaren Ereignisse und Regeln die nur Mädchen/Frauen auferlegt werden. Kim Jiyoung ist nicht das Mädchen das rebelliert. Sie sieht jedoch welche Auswirkungen es hat, wenn doch eine ihrer Mitschülerinnen sich traut. Die Veränderungen passieren nicht schlagartig und doch schleichen sich immer mehr Lockerungen ein. Es ist also auch ein Buch, das aufzeigt, dass es auch Verbesserungen und Veränderungen gibt. Dennoch zu langsam und noch lange ist Südkorea nicht da wo es sein sollte. Die Autorin verbaut zahlen und untermauert diese mit Quellen, wie z.B. die Geburtenrate und dass Mädchen noch immer zu häufig abgetrieben werden.

Die Autorin und der Verlag haben mit diesem Erfolg nicht gerechnet. Vielleicht ist es nicht das originellste Buch zu diesem Thema, oder etwas das noch nicht erzählt wurde, aber die Tatsache, dass das Buch in Südkorea spielt und wenn man ab und zu ein Auge zudrückt, kann es sich in jedem europäischen Land und darüber hinaus abspielen. Daher zu Recht ein Weltbesteller und ein lohnenswertes Buch. Und wer sein Spaß bei Han Hang´s „Die Vegetarierin“ hatte, wird auch hier auf seine Kosten kommen.

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